Schulschwestern Auerbach

Ursprung in Frankreich

Mattaincourthl. Petrus Forerius
In Mattaincourt - südlich der alten Herzogsstadt Nancy gelegen - ereignete sich die folgenschwere Begegnung zweier Menschen, die schließlich zur Gründung einer Schwesternkongregation führen sollte. Deren Zielsetzung war in der damaligen Zeit geradezu revolutionär. 

Dem neu installierten Pfarrer, Pierre Fourier, lag von Anfang an die Erziehung der Jugend am Herzen. Als ihm ein junges Mädchen, Alexia Le Clerc, den Wunsch eröffnete, sich ganz Gott zu schenken, unterzog er sie zwar einer eingehenden Prüfung und verlangte von ihr außerdem, sich zuerst Gefährtinnen zu suchen, doch sah er darin eine göttliche Bestätigung seiner Pläne, Schwestern als Lehrerinnen für die Erziehung der weiblichen Jugend heranzubilden.

Dass die Kirche, die bisher nur klausurierte Orden kannte, sich zunächst schwer tat, Schwestern in Schulen außerhalb der Klausur wirken zu sehen, muss man verstehen. Pierre Fourier ließ sich nicht entmutigen und so kam es, dass Alexia sich in der Mitternachtsmette 1597 zusammen mit drei Gefährtinnen in der Pfarrkirche von Mattaincourt öffentlich Gott weihte. Dieses Ereignis gilt als das Gründungsdatum der Kongregation.

Die kirchliche Bestätigung ließ auf sich warten und erst 20 Jahre später, im Jahr 1617, wurde in Nancy das erste Kloster kanonisch errichtet. Die Kongregation der "Augustiner-Chorfrauen de Notre Dame" breitete sich sehr rasch in Frankreich aus.

Viele Städte baten um die Eröffnung von Schulen für Mädchen. Erst die Französische Revolution (1789-1794) machte dem segensreichen Wirken der Schwestern ein Ende. Sie konnten sich teilweise in anderen Ländern Europas neu sammeln. Die Klöster in Deutschland fielen der Säkularisation zum Opfer.